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zola jesus okovi

Zola Jesus „Okovi“

(Sacred Bones/Cargo)
Während das letzte Album von Zola Jesus, „Taiga“, sich schon fast poppig aufgehellt präsentierte, setzt sie auf „Okovi“ sowohl auf Düsterkeit und Sperrigkeit als auch auf Vielfalt. Mit „Doma“ hebt das Album zu einem verhallt mystischen Chor mit der Zeile „Take me home“ an. Und dann pumpen die Drone-Rhythmen in „Exhumed“ so tief, dass man sich fast an Chelsea Wolfes Songs erinnert fühlt. Über dem schwebt die eindrucksvolle Stimme von Nika Roza Danilova mit einem Chor, bei dem sie sich selbst begleitet. Die einzige sehr eingängige Ausnahme auf diesem Album liefert „Soak“, das mit einem Synth-Untergrund und starken Perkussionen genug Platz lässt, auf dem sich die Stimme von Nika ausbreiten kann. Den ergreifendsten Song des Albums liefert mit seinen zurückhaltenden Streichern „Witness“, das schon fast an die ruhigen Songs auf Björks „Vulnicura“ erinnert. Auch stimmlich kann die russischstämmige Amerikanerin Nika es mit der Isländerin aufnehmen. Die Themen Selbstmord und Überlebenskampf ziehen sich durch dieses Album, das zu den stimmungsvollsten gehört, die von Zola Jesus bisher zu hören waren. Ein wahres Wechselbad der finsteren Gefühle.
Georg Howahl

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