CD-Rezension / Review / Kritik

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tanzwut eselsmesse

Tanzwut
„Eselsmesse“
(AFM/Soulfood)
Es ist schon erstaunlich, mit wie viel Elan und Energie diese Berliner Spielmannszunft nur ein knappes Jahr nach Veröffentlichung ihrer Rockscheibe „Höllenfahrt“ das nächste Projekt aus der Taufe zu heben vermag. Diesmal wenden sich die Szenepioniere von Tanzwut wieder ihren Ursprüngen zu und servieren beste Mittelalterkost, die sich sehen und hören lassen kann. Im Mittelpunkt der illustren Festivitäten steht die so genannte Eselsmesse; ein im Mittelalter entstandenes Narrenfest, an dem an einem Tag im Jahr jegliche Regeln außer Kraft gesetzt wurden. Und genau dieser Devise entsprechend wird hier auch gefeiert, als gäbe es kein Morgen - es darf getanzt und gesungen werden. Zwölf starke Nummern laden zur ausschweifenden Mittelalterrock-Party der Superlative ein, wenn Songs der Marke „Asinum Chorum“, „Gregis Pastor Tityrus“, „Der Eselskönig“, „Siria“ oder „Saturnalia“ sich mit ihren eingängigen Melodien, fantastischen Arrangements und packenden Rhythmen fest in die Gehörgänge bohren und dort noch lange verweilen. Komplettiert durch vielerlei traditionelles Instrumentarium - das von der Nyckelharpa, Sitar, Dudelsäcken, Maultrommel, aber auch Flöten und Glocken reicht - bietet sich ein facettenreiches Soundszenario, das einmal mehr die musikalische Vielfalt der Tanzwut-Combo aufzeigt. Doch Fronter Teufel lässt auch seine sanfte Seite zum Vorschein kommen, wie das verträumt-romantische Duett „Unsere Nacht“ mit Triskilian-Sängerin Jule Bauer oder die Ballade „Zieh mit mir“ nur zu gut beweisen. Alles richtig gemacht!
Jasmin Froghy

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 06/2014.

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