CD-Rezension / Review / Kritik

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Engel Abandon All Hope CD Cover

Engel „Abandon All Hope“

(Gain Records/Sony)
Man könnte meinen, die Skandinavier hätten ein Monopol auf erstklassigen Melodic Death Metal: Mit „Abandon All Hope“ zelebrieren Engel musikalisch ein echtes Feuerwerk: Der Klassenprimus der Göteborger Schule zeigt im Opener „The Darkest Void“ mit tief schwingenden Gitarren und ballernden Drums eindrucksvoll seine düstere, brachiale Seite. Die Schweden überraschen neben typischen Brechern wie „The Legacy Of Nothing“ auch mit einer immensen Bandbreite an musikalischen Stileinflüssen. Etwa mit „Book Of Lies“: Die schonungslose Kritik an bequemer Religionsgläubigkeit verpacken Engel in treibendem Melodic Punk, der zum Ende hin an Härte gewinnt und den Kreis zum emotionsgeladenen, druckvollen Stil schließt, den Engel ihrer Musik verpassen. Am Spiel mit verschiedensten Gesichtern scheinen die Musiker um Sänger Mikael Sehlin Gefallen gefunden zu haben. So zeigt sich der Titelsong „Abandon All Hope“ mit seinen klaren, sanften Gesangsparts und dem eingängigen Refrain durch die unaufgeregten Melodiewechsel schließlich abwechselnd nostalgisch und hymnisch. Ein Balanceakt zwischen den Extremen, in dem Engel ihre musikalische Mitte gefunden haben. Ganz großes Kino.
Leoni Dowidat

Rezension aus Sonic Seducer, Ausgabe 05/2018.
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