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the soft moon criminal

The Soft Moon „Criminal“

(Sacred Bones/Cargo Records)
Es ist eigentlich unverschämt, aber The Soft Moon werden von Album zu Album besser und eindringlicher. Während Multiinstrumentalist Luis Vasquez auf den ersten Scheiben noch so gut wie ohne Gesang und mit hämmernden Basslinien als treibendes Soundmerkmal auskam, entdeckt man nun eingängige Melodien und Gesang. Und das, ohne dass man den Eindruck bekäme, dass der Sound des Projekt nun in irgendeiner Weise dem Mainstream angenähert wäre. Im Gegenteil: Die meisten Tracks auf „Criminal“, einer gnadenlosen Selbstgeißelung des Sängers und ein tiefer Blick in eine Seele voller Schuld und Selbsthass, haben das Zeug zum Underground-Klassiker. Das geht los mit dem perkussionslastigen „Burn“ und steigert sich von der Härte bis zu „Like A Father“, das auf muskulösen EBM-Floors bestehen kann. Vasquez verhandelt auch Themen wie die Unfähigkeit, Liebe anzunehmen („The Pain“), und die Unerträglichkeit, mit der kriminellen Vergangenheit fertig zu werden. Musikalisch hofft man, dass ihm bei diesem schwierigen Seelenstriptease nicht irgendwann die Themen ausgehen. Menschlich würde man ihm hingegen wünschen, zu einer größeren Normalität zurückzukehren. Ein ebenso radikales wie brillantes Album.
Georg Howahl


The Soft Moons "Criminal" ist unser Album des Monats. Ausführliches Interview und vieles mehr zum Thema jetzt in Sonic Seducer 02-2018 - inklusive CD und Gothic Taschenkalender und darüber hinaus in mehreren limitierten Editionen erhältlich. Eintrittskarten für die Tour von The Soft Moon gibts im Ticketshop.


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